Noch ein Beben…

erstellt am: 13.06.2011 | von: Alexander Winkler | Kategorie(n): Blog, Deutsch

Fast zwei Monate habe ich jetzt nicht gebloggt, in denen natürlich viel passiert ist. Grund genug das alles in den nächsten Tagen nachzuholen. Aber das neueste Beben in Christchurch ist Grund genug nicht chronologisch einzusteigen.

Um ein Uhr heute Mittag hat die Erde mal wieder gebebt in Christchurch; 5,5 auf der Richterskala. Und dann keine eineinhalb Stunden später gleich nochmal, diesmal sogar 6 – nur 0,3 weniger als das große Beben im Februar. Immerhin gab es diesmal keine Todesfälle.

Wie so oft in den vergangenen Monaten versuchen die Medien mit den Geschehnissen mizuhalten, binnen Minuten kommen unzählbare Twittermeldungen an, die ihr möglichstest tun, die Lage einzuschätzen.

Vergangene Woche ist unsere Zeitung Te Waha Nui erschienen. Karina Abadía hat sich in den vergangen Monaten immer wieder mit den Auswirkungen der Beben beschäftig. Auf Seite 5 schreibt sie über die Belastungen der Situation für Journalisten Christchurch.

Darüber hinaus hat Te Waha Nui Online der Situation in Christchurch ein Special gewidmet.

In den Nachrichten sind zahlreiche Videos zu sehen, teils zufällige Handyaufnahmen, teils werden Reporter mitten im Interview überrascht. Allen steht die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben.

Die große Frage hier ist für alle, wie geht es weiter mit Christchurch. Die offiziellen Meldungen wollen Mut machen – ‘Wir bauen Christchurch wieder auf’. Aber es bleibt die Frage wie geduldig die Menschen in Christchurch sind.

Immerhin, es ist das dritte Mal in neun Monaten, dass die Erde so zerstörerisch bebt, Häuser beschädigt werden, Straßen sich öffnen, Wasser, Gas, und Strom ausfällt, ja Abwasser die Straßen überschwemmt.

Jedes Interview aus Christchurch hat den selben Grundtenor, die Menschen in Christchurch wirken ausgelaugt von der zerstörerischen Routine.

Hier in Auckland fühlt sich alles so irreal an, letztenendes bekomme ich praktisch auch nur die Berichterstattung mit und damit Infos zweiter Hand. Aber Christchurch war ein konstantes Thema, täglich seit ich hier bin.

Ich selbst war noch nie in Christchurch, aber das ganze Land fühlt mit der Stadt und ihren Bewohnern. Und dieses Mitgefühl wird besonders deutlich in allen Bekannten, die Verwandte und Freunde dort haben, die heute unmittelbar nach dem Beben versucht haben ihre Familie zu erreichen – durch die fehlende Infrastruktur zunächst oft vergeblich.

Und so wirkt doch alles viel realer. Auch ich fühle mich irgendwie ausgelaugt, es ist völlig unbegreiflich was hier passiert. Es bleibt nur zu hoffen und zu wünschen, dass sich die Lage in Christchurch beruhigt und die Stadt sich endlich sammeln kann.

Kia Kaha!


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